In meinem Beitrag zur Garmin Fenix 3 habe ich ja bereits erwähnt, dass ich überlege mir eine Apple Watch zu kaufen. Kurz nachdem ich den Beitrag geschrieben hatte, habe ich mich tatsächlich für den Kauf entschieden. Ich machte es ein wenig davon abhängig, ob beim örtlichen MediaMarkt eine verfügbar ist. Ich hatte „Glück“ und es waren tatsächlich 2 Modelle der neuesten Generation im Markt lagernd. Bei beiden handelte es sich genau um die Version, die ich haben wollte. Nun bin ich also stolzer Besitzer einer Apple Watch Series 3 in Spacegrau ohne LTE.

Mittlerweile habe ich die Uhr ein paar Wochen und kann ein wenig was darüber berichten. Die Apple Watch kommt – eher unüblich für eine Uhr – in einer länglichen Verpackung daher. Der Lieferumfang ist zu einem kleinen Teil davon abhängig, welche Version ihr euch kauft. In meinem Fall sieht dieser so aus:

  • Apple Watch
  • Schwarzes Silikonarmband in 2 verschiedenen Größen
  • Netzteil
  • Magnetladestation

Die Uhr selbst verfügt über ein OLED-Display, welches hervorragend aussieht. Weitere interessante Merkmale sind WLAN, GPS und der Herzfrequenzsensor. Dank des GPS eignet sich die Uhr auch für Sportler, die ihr Handy auch mal zu Hause lassen wollen, dazu aber später mehr.

Hier ein paar Bilder für den Größenvergleich der Uhren:

Vergleich zur Garmin Fenix 3 – Optik
Sehen wir uns die beiden Uhren erstmal von außen an. Der Größenunterschied ist gewaltig, auch wenn das nicht auf allen Bildern zur Geltung kommt. Während die Fenix 3 definitiv an fast jedem Handgelenk auffällt, ist die Apple Watch eher „dezent“ und ist eher wegen des ungewöhnlichen Designs ein Blickfang. Die Fenix 3 entspricht dabei eher der „Standarduhrenform“, fällt aber definitiv wegen der schieren Größe auf. Nichts desto trotz ist die Garmin meiner Meinung nach eine der schönsten Sportuhren. Der Nachfolger, die Fenix 5 ist noch mal eine ganze Ecke edler, da das Plastikgehäuse durch Metall ersetzt wurde.
Die Apple Watch hingegen besitzt seit Generation „0“ ein Aluminiumgehäuse (Edelstahl und Keramikversionen gibt es mittlerweile ebenfalls, sind aber etwas für den größeren Geldbeutel). Das Design der Apple-Uhr ist allerdings eher gewöhnungsbedürftig, auch wenn es mir mittlerweile gefällt.

Sport
Bei den sportlichen Funktionalitäten hat die Fenix 3 die Nase vorn. Sie unterstützt so ziemlich alles an Sportarten was man sich so denken kann. Sei es nun Laufen, Schwimmen, Wandern, Golfen etc., alles kann mit ihr getrackt werden. Sollte mal eine Sportart nicht „installiert“ sein, so gibt es ziemlich sicher eine App dafür in Garmins eigenem Store.

Da ich hauptsächlich laufe, möchte ich beim Vergleich mein Hauptaugenmerk auch auf diese Sportart legen. Klar können beide mehr, die Garmin sogar um einiges, mir persönlich geht es aber, wie gesagt, ums Laufen.

Die Fenix hat GPS und GLONASS integriert um die eigene Position schneller zu finden (GLONASS muss allerdings zuerst in den Einstellungen aktiviert werden). Beim Starten der Laufaktivität zeigt sie an, dass das GPS/GLONASS-Signal gesucht wird und gibt einen Ton von sich, wenn ein Signal gefunden wurde. In der Regel ging dies bei mir innerhalb weniger Sekunden von statten. Selten brauchte die Uhr länger als eine Minute.
Die Apple Watch hat nur GPS, kein GLONASS. Beim Starten der Aktivität, wird nicht angezeigt, ob bereits ein gültiges GPS-Signal vorhanden ist, sondern ein Countdown zählt von 3 runter. Dann geht es los. Ich nutze die Apple eigenen Sportapps, man kann aber auch Runtastic oder ähnliche Apps dazu verwenden.

Ich bin ein paar mal sowohl mit der Apple Watch als auch mit der Fenix 3 zur gleichen Zeit gelaufen. Ein paar kleinere Strecken, als auch „längere“ (von 4-10km). Bei der Ermittlung der gelaufenen Entfernung lagen beide ziemlich nah beieinander. Der Unterschied betrug maximal 150-200 Meter und war eher näher zusammen. Dort schenken sich die beiden also nicht viel.

Wo mich die Apple Watch aber wirklich überrascht hat: Beim Laufbandtraining. Mit der Garmin habe ich dies einmal probiert und die Abweichung zur tatsächlich gelaufenen Strecke war so groß, das ich die Trainings zukünftig nur noch Manuell in der App erfasst habe. Apple hingegen zeichnet hier ziemlich genau auf. Zwar habe ich auch hier Abweichungen von 150-300 Metern, aber im Freien sieht es da nicht so viel besser aus. Denkt man daran, dass auf dem Laufband die Strecke nur durch die eigene Bewegung ermittelt werden kann, finde ich diese „geringe“ Abweichung bewundernswert.
Apropos Trainings manuell erfassen. Diese Möglichkeit bietet der angebissene Apfel leider nicht, zumindest nicht solange die Apple-Apps zum Aufzeichnen der Sportaktivitäten verwendet werden. Man kann aber auch, wie oben erwähnt, auf andere Apps ausweichen.

Während in meiner neuen Uhr bereits ein Herzfrequenzsensor integriert ist, hat die alte noch keinen, da ich die Vorgängerversion der Fenix 3 HR ohne optischen Herzfrequenzmesser besitze. Dafür habe ich den HRM-Run-Brustgurt, den ich natürlich auch angelegt hatte um ein paar Vergleiche zu sammeln. Zwischen optischem Herzfrequenzsensor und Brustgurt fehlte es maximal um 5bpm, wobei es meistens weniger waren, was ich persönlich als sehr guten Wert betrachte. Allerdings funktioniert der Herzfrequenzsensor am Handgelenk nicht immer zuverlässig, zu viel Bewegung, zu viel Schweiß, und so weiter.
Wer hier wirklich verlässliche Werte haben will, sollte noch ein bisschen Geld investieren und einen zusätzlichen Brustgurt kaufen, der per Bluetooth mit der Apple Watch verbunden wird. Den HRM-Run kann ich leider nicht weiter verwenden, da der Apple-Tracker kein ANT+ zur Kommunikation unterstützt.

Auswertung der Sportdaten
Hier unterscheiden sich die beiden Geräte schon mehr. Bei Garmin liegt der Fokus mehr auf Sport und packt ein bisschen smarte Funktionalität mit hinein. Bei Apple ist es genau anders herum.
Ohne Brustgurt, liefern bei den Trainings beide Uhren ähnliche Angaben: Rundenpace, Durschnittspace, Dauer, Höhenunterschied der Strecke, natürlich wird die Strecke aufgezeichnet, etc.
Interessanter wird es, wenn man den HRM-Run von Garmin hat und diesen koppelt. Dieser Zeichnet zusätzlich Daten wie Schrittfrequenz, Schrittlänge, Verikales Verhältniss, Trainingseffekt, in welchem Herzfrequenzbereich man gelaufen ist usw. mit auf. Zwar ist es mal ganz nett sich die entsprechenden Statistiken anzusehen und für den ein oder anderen sind die Daten auf Dauer auch interessant, ich brauche sie allerdings nicht unbedingt.
Beide Uhren können den VO2-Wert berechnen, welcher angibt, wie viel Sauerstoff der Körper aufnehmen kann. Die Garmin berechnet auch bei jedem Laufen den Ausdauerzustand. Dazu verwendet die Uhr Herzfrequenzdaten, etc., die Skala reicht von -20 bis +20. Dieser Wert gibt an wie „fit“ man im Gegensatz zu sonst ist. Bei einem kleinen Minuswert ist man nicht ganz so fit wie normal. Bei einem Pluswert läuft es besser als die letzten male. „0“ ist der Ausgangswert, der sagt „alles wie immer“. Natürlich muss man erst ein paar mal gelaufen sein, dass man einen verlässlichen Wert erhält.

Beide Uhren haben ein paar kleine Funktionen eingebaut um die eigene Motivation zu steigern. Bei Garmin hat man ein tägliches Schrittziel, ein Treppenziel, sowie pro Woche eine bestimmte Anzahl an „Intensivminuten“. Diese Ziele (bis auf die Intensivminuten) werden von der Uhr dynamisch berechnet und passen sich an das „Nutzungsverhalten“ des Trägers an.

Bei der Apple Watch hat man ein ähnliches Konzept. Hier gibt es drei Ringe die geschlossen werden müssen. Den Stehring, den Trainingsring und den Bewegungsring. Wenn man für den Stehring 9 Stunden braucht, so heißt dies, dass man an jeweils 9 Stunden am Tag eine Minute in Bewegung sein muss. Beim Trainingsring handelt es sich um Minuten, an denen man eine höhere Herzfrequenz als normal hat. Der Bewegungsring ist eine bestimmte Anzahl an Kalorien, auch hier geht es um die Herzfrequenz. Während Steh- und Trainingsziel fix sind, wird die Anzahl der „Aktiv“-Kalorien wöchentlich am Montag angepasst und richtet sich somit auch wieder nach dem eigenen Nutzungsverhalten.

Langzeitmotivation
Schließt man bei der Apple Watch eines der drei Bewegungsziele, so gibt es ein schönes Feuerwerk auf dem Display. Beim Erreichen bestimmter Vorgaben gibt es außerdem Abzeichen. Die Uhr gibt auch immer mal wieder Meldungen aus, dass man es noch schaffen kann und nicht mehr viel fehlt um seine Ringe zu füllen.

Auch die Fenix 3 weist mit einem Feuerwerk auf den Abschluss der Bewegungsziele hin. Aufgrund des Displays, welches verbaut ist, sieht es dort aber nicht so ansprechend aus. Schöne Motivationsmeldungen wie bei der Apple Watch sucht man leider auch vergebens, bei Garmin heißt es einfach nur „Los“. Abzeichen gibt es auch, können aber nur online angesehen werden. Allerdings gibt es auch nur Abzeichen für Schritte, Gelaufene Kilometer und ähnliches. Bei der Apple Watch gibt es z. B. auch Abzeichen für das Erreichen des täglichen Bewegungsziels an jedem Tag eines Monats, diese Auszeichnung gibt es jedes Jahr nur einmal (365/2016, 365/2017). Ebenfalls gibt es Auszeichnungen, wenn man seinen bisherigen Kalorienrekord, z. B. beim Laufen, übertrifft.

Mit der Garmin-Connect-App lässt sich auch das eigene Sportequipment verwalten. Damit hat man eine schnelle Übersicht, wie viele Kilometer man mit seinen Laufschuhen bereits gelaufen ist. Diese Möglichkeit bietet Apple leider nicht. Allerdings kann man hier wie schon erwähnt die Runtastic-App verwenden, welche dies auch kann.

Dank der persönlicheren Meldungen und den individuelleren Abzeichen motiviert die Apple Watch mehr sich zu Bewegen. Eine Funktion um sich mit Freunden zu vergleichen bieten beide.

„Smarte“ Funktionen
Auch hier sind wieder große Unterschiede zu finden. Während die Apple Watch ein gut auflösendes OLED-Display bietet, hat die Fenix 3 ein weniger Auflösungsstarkes Memory in Pixel-Display, was dafür der Akkulaufzeit zu gute kommt.

Bei derm Apple-Gerät kommen Nachrichten in schönen, satten Farben an. Je nach App kann auch direkt interagiert werden. So wird bei Whatsapp bspw. die ganze Nachricht angezeigt und es kann geantwortet werden. Entweder ganz kurz mit einem Emoji, einer vorgefertigten Nachricht, per Spracheingabe oder per „Fingergekritzel“, hierbei muss man mit dem Finger die einzelnen Buchstaben nacheinander auf das Display zeichnen.
Bilder kann die Apple Watch ebenfalls anzeigen. Ein gutes Beispiel dafür ist die NTV-App, welche immer ein Bild in der Push-Nachricht mitliefert. Je nach App werden noch viel mehr Funktionen geboten, zumindest wenn die dazugehörige App auf der Uhr installiert wird. So kann man z. B. bequem Einkaufslisten mit dem Handy oder am PC schreiben und die bereits gekauften Artikel auf der Uhr abhaken.
Startet man am iPhone die Musikwiedergabe, zeigt die Apple Watch standardmäßig den aktuellen Titel und Steuerelemente um weiterzuschalten und den Song zu Pausieren oder die Wiedergabe fortzusetzen. Diese Standardverhalten kann auch über die zugehörige iPhone-App deaktiviert werden.
Telefonieren kann man damit auch besser als erwartet. Der Lautsprecher ist laut und klar genug, aber natürlich kann man ihn nicht mit dem im Handy integrierten vergleichen. Das Gegenüber versteht einen gut genug, für kurze Telefonate ist das mehr als ausreichend.

Während die Garmin sportlich mehr zu bieten hat, schwächelt sie als Smartwatch etwas. Nachrichten können zwar angezeigt werden, Bilder bei entsprechenden Apps gibt es aber nicht. Eine Antwort-Funktion bietet die Fenix 3 leider nicht. Aufgrund der verwendeten Displayart sehen die Benachrichtigungen weniger schick aus.
Mit der Sportuhr hat man auch die Möglichkeit, die Musikwiedergabe am Handy zu kontrollieren, allerdingserst nach ein wenig „umständlichen“ geklicke durch Menüs. Bei Apple klappt außerdem das Weiterschalten, wenn z. B. Musik über die Sonos-App abgespielt wird. Bei Garmin funktioniert das leider nicht.

Ein Punkt der mich selbst etwas überrascht hat: Das Vibrieren der beiden Uhren. Garmin vibriert „richtig“, die Vibration ist durchaus hörbar, selbst wenn die Uhr nirgends aufliegt, sondern nur am Handgelenk ist. Ganz anders bei der Apple Watch. Hier verwendet Apple einen speziellen Vibrationsmotor, der sich um ein Vielfaches besser anfühlt. Außerdem ist die Vibration völlig lautlos, was von Vorteil sein kann wenn man in vielen Meetings o. ä. ist.

Akkulaufzeit
Hier macht ganz klar die Garmin das Rennen. Diese muss je nach Nutzung nur alle 4-5 Tage oder sogar 1-2 Wochen aufgeladen werden. Selbst wenn man morgens mit 4% Akku das Haus verlässt, kommt man locker durch den Tag (vorrausgesetzt an dem Tag wird kein Sport mehr getrieben). Dank der verwendeten Displaytechnologie braucht die Uhr viel weniger Strom als „richtige“ Smartwatches und kann trotzdem permanent aktiviert sein.

Die Apple Watch hingegen muss ca. alle 2 Tage geladen werden, allerspätestens allerdings nach 3 Tagen. Bei zusätzlchen sportlichen Aktivitäten, kann es durchaus auch passieren, dass sie abends schon wieder an die Steckdose muss. Während ein Tag lang GPS-Aufzeichnung bei der Garmin gar kein Problem darstellt, kann die Apple Watch schonmal leer werden. Allerdings nur wenn man sein Handy nicht dabei hat. Denn mit iPhone in der Tasche verwendet die Uhr das GPS-Signal von diesem. Nur wenn das Handy nicht in Reichweite ist, wird das eingebaute GPS-Modul verwendet. Bei meiner letzten Wanderung hatte ich Watch und iPhone dabei und habe mitgetrackt. Am Ende der Wanderung (5 Stunden) war bei beiden Geräten noch knapp 60% vom Akku vorhanden. Längere Touren können also auch durchaus mit der Apple Watch aufgezeichnet werden, das iPhone sollte dann allerdings auch in der Tasche sein.
Außerdem ist das Display bei Apple nicht permanent an, sondern wird nur bei Armbewegungen aktiviert, die suggerieren, dass der Träger darauf sehen will.

Fazit – Welche Uhr ist die richtige für mich?
Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Die Fenix 3 ist definitiv die bessere (und robustere) Sportuhr.Wer  hauptsächlich Läuft, Schwimmt und mit dem Rad unterwegs ist, für den ist die Apple Watch aber definitiv auch eine Überlegung Wert. Ich für mich habe entschieden, dass die Apple Watch mir auf Dauer mehr Spaß bringt und besser zu meinem Nutzungsverhalten passt. Die Integration von Apple zu Apple ist natürlich super, wobei Garmin das eigentlich auch ganz gut hingekriegt hat.

Wollt ihr noch etwas zu einer der beiden Uhren wissen? Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Dann immer her damit!

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4 Kommentare
  1. andreas
    andreas sagte:

    kann ich den garmin brustgurt mit der apple watch 3 Lte koppeln?
    falls ja, wie. bekomme es über den standard weg nicht hin.
    die watch findet den gurt über Bluetooth nicht

    Antworten
    • Chris
      Chris sagte:

      Hallo Andreas,
      nein, das funktioniert nicht. Der Garmin-Brustgurt kommuniziert über ANT+, die Apple Watch bietet allerdings nur Bluetooth-Verbindungen an. Somit kann der Brustgurt von Garmin nicht mit der Apple Watch verwendet werden.

      Gruß,

      Chris

      Antworten

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  1. […] fast einem Jahr habe ich mich wie hier beschrieben dazu entschieden, eine Apple Watch auszuprobieren. Bei dieser bin ich auch geblieben. […]

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