Mein Wechsel von Olympus zu Sony

Der ein oder andere unter euch weiß es vielleicht, ich fotografiere gerne. In den letzten Wochen/Monaten leider viel zu wenig, aber irgendwann kommt auch wieder die Zeit, in der es mehr wird. Zum ausprobieren habe ich mit einer Olympus Stylus XZ-2 begonnen(*). Wieso damit? Nun, es handelt sich dabei um eine „Edelkompakte“. Preislich war sie damals im Rahmen und man kann damit RAW-Fotos schießen. Unter anderem darum ging es mir ja auch. Ein paar RAW-Fotos schießen, bearbeiten und ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen.

Was besseres musste her!

Ein paar mal damit unterwegs, war ich auch ziemlich schnell angefixt und begeistert. Was besseres mit Wechselobjektiv musste her, doch was? Irgendwie bin ich dann ganz schnell „wieder“ bei Olympus gelandet. Ich habe mir die Olympus OM-D E-M10(*) gekauft und habe damit ziemlich viele Fotos mit dem Kit-Objektiv geschossen, die völlig ausreichend waren für den Anfang. Bis ich endlich ein weiteres Objektiv hatte dauerte es aber noch.

Nach und nach haben sich einige Objektive angesammelt und eigentlich war ich ganz zufrieden. Ziemlich lange war ich mit meiner E-M10 happy, doch irgendwann musste auch hier etwas besseres her. Und als nächstes kam die OM-D E-M1(*) mit der ich auch eine ganze Weile Spaß hatte.

Je mehr ich fotografier(t)e, desto mehr schielte ich aber in Richtung eines größeren Sensors. Sowohl kleine als auch große Sensoren haben ihre Vorteile. Während beim mFT-Sensor (wie die Olympus ihn haben) z. B. die Teleobjektive kleiner sind, lässt sich mit einem größeren Sensor leichter eine Unschärfe im Hintergrund (auch Bokeh genannt) bewerkstelligen. Außerdem haben größere Sensoren ein besseres Rauschverhalten wenn es Dunkel wird, etc., etc.

Dann kam die Sony A7II

Ich mag Bilder einfach, die Freigestellt sind und deswegen wuchs mein Wunsch in Richtung Kamera mit einem Kleinbildsensor (oder Vollformat). Nach viel hin und her, habe ich mich entschlossen mir eine gebrauchte Sony A7II(*) in der Nähe anzusehen – und habe sie auch gleich mitgenommen. Ich kaufte die Kamera mit Objektiv. Dabei war das 24-70f4.0 von Zeiss, eigentlich das Standardzoom, welches ich mir sowieso zulegen wollte, falls ich mir die Kamera kaufe. Perfekt!

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile für mich und bei den wichtigsten Punkten nach und nach eine genauere Erklärung.

Vorteile

  • Bessere Fotos in schwierigen Lichtsituationen
  • Besseres Freistellen
  • Bessere Fotoqualität (mit der richtigen Linse)

Nachteile

  • Kamera (zum Teil) Teuerer
  • Objektive Teuerer
  • Kamera als auch Objektive Schwerer
  • Größere Linsen bei gleicher Brennweite
  • Meiner Meinung nach schlechtere Software
  • Kürzere Akkulaufzeit
  • Akkus entladen sich schnell wenn sie in der Kamera sind

Bessere Fotos in schwierigen Lichtsituationen

Der Punkt ist eigentlich ziemlich einfach und schnell erklärt. Größerer Sensor = mehr Fläche, auf die Licht trifft (zumindest ganz Banal erklärt) und somit kann die Lichtempfindlichkeit (ISO) des Sensors höher gestellt werden, als bei Kameras mit kleineren Sensoren, bevor es zu Bildrauschen kommt.

Besseres Freistellen

Je größer der Sensor, je leichter lässt sich freistellen, also die Unschärfe im Hintergrund/Vordergrund „erstellen“. Dabei ist auch interessant zu wissen: Je länger die Brennweite umso leichter funktioniert es. Wird es aber beispielsweise bei mFT-Kameras schwierig, ein weitwinkeliges Foto zu machen, welches auch noch ein Bokeh hat, weil es einfach keine entsprechenden Linsen gibt, die weitwinkelig und Lichtstark genug sind, klappt das bei einer Kamera mit vierfach so großem Sensor doch eine ganze Ecke besser. Ein kleines Beispiel anhand der beiden Sensorgrößen:

Ein Objektiv mit 24mm f1.8 (umgerechnet auf die jeweiligen Sensorgrößen) hat an jeder Kamera die gleichen Eigenschaften was Lichtstärke und Bokeh betrifft. ABER beim Vollformatsensor hat man den doppelten Blickwinkel, weil der Cropfaktor von mFT auf Vollformat 2x beträgt. Umgerechnet wäre ein 24mm f1.8 an einer Olympus dann ca. ein 48mm f3.6. Ich hoffe man kann es sich ungefähr vorstellen.

Bessere Fotoqualität

Mit der A7II habe ich bessere Fotoqualität. Allerdings ist das auch abhängig von der Linse. Grundsätzlich hat die Sony einen größeren Sensor. Mit mehr Pixeln. Dank der größeren Sensorfläche bekommt jeder einzelne Pixel mehr Licht. Nicht nur deswegen, aber auch dadurch haben die Bilder mehr Dynamikumfang. Außerdem hat man Dank mehr Pixeln auch mehr Spielraum um mal in ein Foto hinein zu croppen. Wie gesagt ist das allerdings vom Objektiv abhängig.

Als ich die Kamera gekauft habe, war z. B. das 24-70mm von Zeiss dabei. Nun denkt man sich „Zeiss, steht für Qualität“. Hab ich mir eigentlich auch gedacht, aber die Linse war einfach nur unter aller sau. Vielleicht hatte ich aber auch nur eine Montagslinse. Ich war so enttäuscht, was das Ding ablieferte und habe dann etliche Vergleichsfotos mit meiner Olympus und dem 14-42mm f2.8 geschossen. Und die Bilder der Olympus waren einfach um so viel schärfer. In der Mitte war das Sony-Objektiv auch scharf, aber außerhalb des Zentrums wurde es echt gräßlich. Nachdem ich der Kamera mit einem anderen Objektiv aber nochmal eine Chance gegeben habe, war ich durchaus zufrieden.

Kamera teurer, Objektive teurer

Eine Kamera mit größerem Sensor ist i. d. R. teurer. Das gilt zwar nicht Pauschal und hängt auch wein wenig davon ab, was man haben will. Aber im großen und ganzen kann man sagen: Eine Vollformatkamera kostet mehr als eine Kamera mit kleinerem Sensor.

Bei den Objektiven sieht es aber nochmal ganz anders aus. Für einen größeren Sensor wird auch mehr Glas benötigt. Mehr Glas = mehr Geld. Zwar gibt es auch „günstige“ Linsen. Für die richtig guten mit guter Lichtstärke kann man aber durchaus 2000€ auf den Tisch legen – Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Gebe ich für eine Linse für die Sony 1000€ aus, kann es passieren, dass ich nur eine mittelmäßige Linse in den Händen halte. Bei Olympus gibt es zwar auch Linsen für 1000€, dafür sind das aber richtig gute Optiken.

Kamera schwerer, Objektive schwerer

Okay, bei der Kamera mag das vielleicht nicht immer stimmen, bei den meisten ist es aber so. Während sich aber die Bodys der Kameras noch in relativ kleinen Bereichen bewegen, sieht es da bei den Objektiven schon ganz anders aus. Diese sind um einiges schwerer und größer. Mit meiner alten Olympus konnte ich die 4-5 Objektive in meine kleine Fototasche packen. Mit der Sony bekomme ich 2 Objektive hinein – das an der Kamera und ein zusätzliches.

Schlechtere Software

Meiner Meinung nach hat die Sony die schlechtere Software. Über das Menü wird ja sowieso von vielen geschimpft. Um das geht es mir aber vorrangig gar nicht. Es ist gewöhnungsbedürftig, aber im großen und ganzen kommt man nach etwas Eingewöhnung gut damit zurecht. Mir geht es dabei eher um die ganzen Features, die Olympus in die Firmeware packt. Beispielsweise kann die Olympus von Werk aus Zeitraffer. Außerdem sei hier Live-Composite erwähnt. Hierbei macht die Kamera so lange man will Aufnahmen. Es werden aber nur die Änderungen in das endgültige Bild eingerechnet. Ihr wollt Startrails vor einer Kirche fotografieren? Kein Problem, denn die Kirche wird nicht überbelichtet, aber die Änderungen – also die Positionen der Sterne – werden in das fertige Bild eingerechnet. Und das beste? Es kommt trotzdem ein RAW heraus. Bulb ohne Zubehör? Auch kein Problem.

Bei der Sony (zumindest bei der A7II) muss z. B. schon für den Zeitraffer (ohne Zubehör) eine App für 10€ gekauft werden (oder alternativ entsprechendes Zubehör).

Kürzere Akkulaufzeit

Dazu brauch ich eigentlich auch nicht viel zu sagen. Die Sony A7II saugt den Akku innerhalb kürzester Zeit leer. Das war schon eine große Umgewöhnung von der Olympus, da hier der Akku echt lange gehalten hat. Ein weiterer Minuspunkt ist die Entladung, wenn der Akku in der Kamera ist. Steht die Kamera mal ein paar Tage rum hat sie locker 10-20% Akku verloren. Hintergrund: Damit die Kamera schneller Betriebsbereit ist, wird sie nicht richtig ausgeschaltet, sondern in eine art Ruhemodus versetzt, was logischerweise Akku verbraucht. Das ist auch der Grund, wieso die Kamera länger zum starten braucht, wenn der Akku mal längere Zeit entfernt war.

Hat sich der Wechsel gelohnt?

Eine Frage die ich nur schwer beantworten kann. Die Sony hat die bessere Low-Light-Performance. Mehr Dynamikumfang, was durchaus seine Vorteile hat. Dafür hatte die Olympus Softwareseitig so einige Finessen. Klein, leicht, kompakt und kostengünstig(er) sollte man auch nicht unterschätzen. Wenn ich wieder vor der Entscheidung stehen würde, würde ich den Schritt aber wahrscheinlich trotzdem wieder machen.

Ein paar Bilder

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Bilder der beiden Kameras zeigen. Zuerst von der Olympus:

Und zum Abschluss noch ein paar Bilder, die ich mit der Sony A7II geschossen habe:

Habt ihr noch Fragen oder Anmerkungen? Gerne in die Kommentare damit!

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.