Nikon Z6 ausprobiert

Ich probiere ja gern neue Technik und spiele damit herum. Dezember 2019 bin ich dank eines guten Angebotes von meiner Sony A7II auf eine Sony A7III(*) umgestiegen. Bei meinem Einstieg ins Sony-System gab es von Nikon noch kein Spiegelloses-System, die Z6(*) und Z7 wurden ungefähr ein viertel Jahr nach meinem Wechsel von Olympus zu Sony vorgestellt.

Anfangs waren die Kameras für mich sowieso nicht interessant. Mit den neuen Firmewareupdates wurden sie immer besser und langsam wollte ich eine Nikon ausprobieren. Zu meinem Glück, haben wir in der Firma eine Nikon Z6, die ich mir für ein Wochenende zum Testen ausleihen konnte.

Nachfolgend ein paar Dinge, die mir persönlich gut oder aber auch nicht so gut gefallen haben. Ausprobiert habe ich die Nikon mit der Firmwareversion 3.0.

Body und Bedienung

Als erstes fällt die Größe der Kamera auf. Sie ist etwas größer als meine Sony A7III. Bei der Sony „hängt“ der kleine Finger (zumindest bei mir) immer unter der Kamera, während er bei der Nikon Z6 noch gut Platz hat. Mich hat das nie wirklich gestört, da ich (noch) kein großes Teleobjektiv nutze. Das etwas mehr an Platz macht sich bei größeren Linsen aber auf jeden Fall positiv bemerkbar.

Die Nikon hat an der rechten Oberseite ein Display spendiert bekommen. Dieses zeigt Infos wie Belichtungszeit, ISO und die Akkuladung an. Ob man das braucht? Sicher nicht, aber es ist ein nettes Feature und ich persönlich mag solche technischen Spielereien.

Die Z6 ist die erste Kamera von Nikon, mit der ich mich länger als ein paar Minuten auseinandersetze. Das Menü ist logisch aufgebaut und ich kann mit den Begriffen mehr anfangen als mit den kryptischen Abkürzungen bei Sony. Gefühlt finde ich mich im Nikon-Menü schneller zurecht und habe innerhalb kurzer Zeit alle Einstellungen so gesetzt, wie sie für mich passen.

Autofokus

Früher habe ich nur Landschaften fotografiert, da war mir der Autofokus ziemlich egal. Mittlerweile Fotografiere ich auch manchmal Hunde und Kinder, da ist der Autofokus schon wichtiger. Umso besser, wenn der Augenautofokus gut trifft.

Die Nikon leistet beim Fokussieren gute Arbeit. Was mir besonders gut gefällt: Wird mehr als ein Auge erkannt, kann mit dem Joystick auf die anderen Augen im Bild fokussiert werden. Dabei ist es egal, ob es sich um das andere Auge der gleichen Person, oder um ein Auge einer ganz anderen Person handelt. Das funktioniert bei Sony leider nicht.

Augenautofokus nur bei breitem Fokusfeld. Allerdings funktioniert der Augenautofokus nur mit dem breiten Fokusfeld. Also wenn die Kamera alle Fokuspunkte verwendet und selbst den Bereich sucht, der scharf gestellt werden soll. Hier hat Sony wieder die Nase vorn. Ich auch mit flexiblen Fokusfeld den Augenautofokus verwenden. Die Kamera sucht dabei nach einem Auge in der nähe des ausgewählten Fokuspunktes. So kann auch mit der Sony das Auge „gewechselt“ werden.

Und die Geschwindigkeit? Bei der Autofokussgeschwindigkeit kann ich bei keiner der beiden Kameras meckern. Beide sind für mich meist schnell genug. Die meisten Meinungen im Internet geben aber hier der Sony einen leichten Vorzug.

Augenautofokusszuverlässigkeit. Bei der Zuverlässigkeit des Augenautofokus ist der Abstand schon etwas größer. Hier ist die Sony etwas besser. Sie erfasst das Auge schneller und hat es auch noch im Fokus, wenn die Nikon es schon wieder verloren hat.

Fokusfazit. Beide Kameras haben für meine Anwendungszecke einen meist ausreichend guten und schnellen Fokus. Vor allem bei der Augenerkennung ist die Sony aber etwas besser.

Und sonst so?

Um mich wirklich mit der Bedienung außeinanderzusetzen hatte ich zu wenig Zeit. Aber ich hab mich bei der Nikon Z6 schnell zurecht gefunden und die für mich wichtigen Einstellungen entdeckt.

Der Sucher und das Display ist bei der Nikon im Gegensatz zur Sony ein Augenschmaus, wodurch die Bilder auch in der Kamera schon um einiges besser beurteilt werden können.

Bei der Akkulaufzeit punktet wiederrum Sony. Da ich aber sowieso nicht von früh bis spät fotografiere ist mir das auch egal.

Umsteigen?

Nachdem ich ein Wochenende mit der Nikon verbracht habe war ich schon ein wenig angefixt von dem System. Und kurzzeitig habe ich wirklich mit dem Gedanken gespielt. Nach ein paar Nächten darüber schlafen, habe ich mir das allerdings wieder aus dem Kopf geschlagen.

Beide Kameras liefern eine ähnliche Performance ab. Ich habe bereits Linsen für das Sony-System, außerdem gibt es für Sony die ganzen Drittherstellerobjektive, die bei Nikon erst im Laufe der Jahre auftauchen werden.

Wenn ich keine Sony hätte und jetzt erst von der Olympus umsteigen würde? Könnte durchaus sein, dass ich dann in das Nikon-System statt in das Sony-System investiert hätte, aber wer weiß.

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