evcc.io – Schnittstelle zwischen PV und Wallbox

red and black car door

Vor kurzem bin ich auf ein wie ich finde ziemlich geniales Projekt gestoßen, das möchte ich euch heute vorstellen: evcc.io

Um was geht es?

Besitzer einer PV und einer Wallbox werden es unter Umständen kennen: Die Wallbox zu Hause hat eine Ladeleistung von maximal 11kW. Dies Ladeleistung kann außerdem Stufenlos bis zu einem bestimmten Wert nach unten gedrosselt werden. Leider sind Wallbox und Wechselrichter/Speicher aber von einem anderen Hersteller, weswegen die Kommunikation mit der Wallbox nicht funktioniert. Das Ende vom Lied: Die Wallbox lädt immer mit der maximal möglichen Leistung und bezieht zusätzlich zum PV Überschuss noch Strom aus dem normalen Netz.

Genau an diesem Punkt setzt evcc an und will uns helfen das ganze besser zu Steuern. Am Ende ist das Ziel, das Elektroauto mit so viel Überschussstrom wie möglich zu laden. Aus dem normalen Stromnetz soll nur noch Strom bezogen werden, wenn es wirklich nötig ist.

Voraussetzungen

evcc ist ein Service, der auf einem Rechner laufen muss. Da die Software in go geschrieben ist, läuft es auf Linux, sowie Mac und Windows. Sie eignet sich also Ideal für einen Raspberry Pi, falls einer zu Hause herum liegt. Zum Einrichten Empfehle ich die ziemlich gute und auch auf deutsch verfügbare Dokumentation. Es wird bereits eine große Menge an Wechselrichtern und Wallboxen unterstützt. Diverse Steckdosen können ebenfalls angesteuert werden

Funktionsweise

Die Funktionsweise ist dabei (zumindest für den Endanwender (sobald die Software eingerichtet wurde)) denkbar einfach: evcc frägt den Wechselrichter bzw. das HMS (=Home Management System) nach den aktuellen Leistungsdaten ab und steuert anschließend die Ladeleistung der Wallbox. Je nach Einstellung startet der Ladevorgang für das eAuto dann nur bei genügend Überschuss. Dabei sind folgende Ladeeinstellungen verfügbar:

  • Aus – Auto lädt nicht
  • PV – Auto lädt nur wenn genügend Überschussstrom von der PV vorhanden ist
  • Min + PV – Es wird mit der von der Wallbox kleinsten Ladeleistung geladen. Zusätzlich wird bei Überschuss die Ladeleistung nach oben geregelt
  • Schnell – Es wird immer mit der maximal möglichen Ladegeschwindigkeit geladen

Dank dieser Software ist man nicht mehr von den Herstellern abhängig, sondern kann diverse Wechselrichter/Speichersysteme mit Wallboxen anderer Hersteller kombinieren.

Der Ladestand des Autos wird dabei natürlich auch auf der Weboberfläche angezeigt und es kann ein bestimmter Ziel SoC eingestellt werden.

Screenshot von evcc

Zusätzlich gibt es diverse Konfigurationsmöglichkeiten. Beispielsweise ist es möglich, evcc so zu konfigurieren, dass eine Ladung bereits beginnt, wenn nur die hälfte des nötigen Mindestladestroms an Überschuss zur Verfügung steht. Das kann in den Wintermonaten je nach Größe der PV-Anlage ganz praktisch sein. Für die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten lohnt sich ein Blick in die Dokumentation.

Das „Zuckerl“

Ein kleines Highlight ist für mich die Möglichkeit der Datenweitergabe an eine Influx-Datenbank (zu InfluxDB im übrigen demnächst mehr in meinem anderen Blog). In dieser werden die erfassten Messwerte abgespeichert und somit können Dashboard gebaut werden, mit der man eine schöne Übersicht bekommt.

Screenshot von einem InfluxDB-Dashboard

Fazit

evcc ist genau das richtige Tool, für diejenigen, die eine Wallbox und ein PV-System haben, die nicht miteinander kommunizieren können. Mit der Möglichkeit die Daten an eine InfluxDB zu schicken, lassen sich damit informative Dashboards bauen. Auch längerfristige Vergleiche von Daten sind dann relativ einfach möglich.

Zusammen mit der API von evcc und/oder InfluxDB eröffnen sich damit noch viel mehr Möglichkeiten. Leider setzt die Installation ein bisschen technische Know-How voraus, doch die gute Dokumentation nimmt dem ganzen wieder etwas an Komplexität.

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