DAN Case, oder: Projekt Minirechner

Im Januar war es wiedermal soweit. Ich habe mir eine neuen „Standrechner“ zusammengebastelt. Das habe ich bisher nur einmal gemacht, ansonsten gab es meist Notebooks. Lang hat es gedauert, bis ich wirklich zugegriffen habe und am Ende wurde es ganz was anderes, als ursprünglich geplant. Nun steht auf meinem Schreibtisch ein Rechner im Mini-Format. Als Grundlage dient das DAN Case, welches einigen von euch eventuell ein Begriff sein dürfte.

Wie kam es dazu?

Den Wunsch, mir einen neuen PC zu bauen, hatte ich schon länger. Mein Notebook von 2015 ist zwar noch nicht wirklich schlecht, doch kommt es langsam in die Jahre und neuere Spiele laufen oft nicht mehr so wirklich gut oder mit heruntergeschraubten Details. Doch wenn ich schon Spiele dann auch gerne mit guter Qualität. Die erste Konfiguration stellte ich Ostern 2019 zusammen. Mein Ziel war eigentlich unter 1000€ zu bleiben. Mit den ausgewählten Komponenten war dieses Ziel ziemlich genau erreicht. Gute Leistung für einen moderaten Preis. Mein altes Netzteil sollte dafür auch noch ausreichen.

Die wichtigsten Daten der ursprünglichen Konfiguration sahen so aus:

  • Ryzen 5 2600
  • 16GB RAM
  • 512GB SSD
  • Radeon VEGA 64
  • be quiet! Gehäuse

Da es die Grafikkarte von diversen Herstellern immer wieder mal im Angebot gab, war die 1000€ Budgetgrenze gerade so einzuhalten.

Neue CPUs, neue GPUs!

Meine Konfiguration habe ich mir jede Woche 2-3 mal angesehen. Man will ja nicht verpassen, falls es einige der Komponenten im Angebot gibt. Und tatsächlich hätte ich die gewünschte Konfiguration dann teilweise für 800€ bekommen, doch irgendwie war ich nach wie vor noch nicht so richtig überzeugt.

Dann kamen auch schon die neuen Ryzen CPUs, die 3000er Serie. So wurde in meiner Liste der Ryzen 5 2600 durch den Ryzen 5 3600 getauscht. Auch die neuen Grafikkarten von AMD sind kurze Zeit später vorgestellt worden. Die Radeon RX 5700XT war damit mein neuer Favorit. Auch diese gab es öfter im Angebot, damit war mein selbst gesetztes Limit ebenfalls einzuhalten. Doch nach wie vor habe ich mit dem Bestellen gezögert.

DAN Case?

Irgendwie kam ich mit meinem Schwager auf das Thema DAN Case. Ein ultrakleines Gehäuse mit nur 7,2L Fassungsvermögen, das gut durchdacht ist und auch eine Full-Size-Grafikkarte aufnehmen kann. Der Name war mir zwar ein Begriff, aber durch das Gespräch war mein Interesse wieder geweckt und ich habe mich informiert und mir eine neue Konfiguration zusammengestellt. Bei einem Gehäuse mit diesem Formfaktor gestaltet sich die Komponentensuche gleich ein wenig komplizierter.

Nach wie vor wollte ich eigentlich eine der neuen Radeon-Karten. Problem: Die meisten sind zu groß. Die Länge würde oft noch in das Gehäuse passen, doch die meisten sind dicker als 4,5cm und fallen dadurch raus. Bei denen, die dünn genug gewesen wären, handelte es sich meistens um das Referenzdesign mit Radiallüfter (die mir zu laut sind) oder waren zu dem Zeitpunkt der gewünschten Bestellung noch nicht lieferbar.

Der Plan, mein altes Netzteil weiter zu verwenden, ging natürlich auch nicht auf. In dem kleinen Gehäuse im Mini-ITX Format ist kein Platz für so ein riesiges Ding. Ein alternatives Netzteil musste her.

Die wichtigste Frage? Was nimmt man denn nun als Grafikkarte? Da das DAN Case schon um einiges mehr kostet, als das ursprünglich geplante, ein neues Netzteil dazu kam und auch die Mainboards im Mini-ITX-Formfaktor teurer sind, wurde meine selbstgesetzte Budgetgrenze sowieso schon gesprengt. Außerdem steht auf meinem Schreibtisch ein 4K-Monitor, diesen möchte ich natürlich auch so gut wie möglich ausnutzen. So fiel die Entscheidung schlußendlich auf eine Geforce RTX2080Super. Diese schafft natürlich auch nicht alle Spiele in 4K60Hz und höchster Qualität, doch bei meinen meist gespielten Games in letzter Zeit, schafft sie das. Aber auch mit einer Auflösung von 2540×1440 sehen die Spiele auf dem Monitor noch ausreichend gut aus.

Hier also die finale Konfiguration meines Rechners:

Leider waren nicht alle Teile beim Händler meiner Wahl verfügbar oder vorrätig. Aus diesem Grund habe ich insgesamt bei drei unterschiedlichen Online-Händlern bestellt. Alle Komponenten bis auf das DAN Case kamen am selben Tag. Beim Gehäuse musste ich mich noch ca. zwei Wochen gedulden.

Endlich, das DAN Case

Zwei Wochen früher als erwartet, ist es endlich soweit und mein Gehäuse wurde verschickt. Am Freitag ging es in den Versand und zu meinem Glück kam es am Samstag an. Perfekt, denn so konnte ich mir genügend Zeit nehmen um die Komponenten endlich in das Gehäuse meiner Wahl einzubauen.

Das DAN Case ist klein. Mit 7,2L Fassungsvermögen ist es eines der kleinsten Gehäuse, welches außerdem noch eine „Full-Size“-Grafikkarte beherbergen kann. Die Verarbeitungsqualität ist in meinen Augen sehr gut. Auf die Größe ist es allerdings verhältnismäßig schwer.

Das Konzept. Das Gehäuse hat ein gutes Konzept für die Kühlung. Grafikkarte auf der linken Gehäuseseite, alles andere auf der rechten Gehäuseseite. Die Komponenten sind so angeordnet, dass alles (Grafikkarte, Netzteil, CPU) direkt von außen Frischluft ansaugen kann. Die warme Luft wird dann über die oberen Lüftungslöcher aus dem Gehäuse befördert. So können in dem Gehäuse trotz des kleinen Formfaktors leistungsstarke Komponenten untergebracht werden.

Außerdem ist es von Vorteil ein FAN Duct zu montieren. Dabei handelt es sich um einen kleinen Aufsatz, der auf den Lüfter des CPU-Kühlers kommt. Dadurch kann der Lüfter immer frische Luft von außen ansaugen und „recycelt“ nicht die aufgeheizte Luft aus dem Gehäuse. Eine Vorlage zum 3D drucken findet ihr auf dieser Seite.

Montage mit kleinen Hindernissen

Endlich geht es mit der Montage meines neuen Minirechners los. Also baue ich die Komponenten aus meinem alten Gehäuse aus und montiere sie im neuen Zuhause. Wenig Platz – was zu erwarten war. Dadurch natürlich etwas gefriemel bis alles passt und sitzt. Doch ca. 2 Stunden später sind alle Komponenten im Gehäuse untergebracht und die Verkabelung passt soweit auch. Leider sind die Kabel etwas lang, dadurch wirkt der Innenraum ziemlich chaotisch und viel Platz brauchen die langen Kabel auch.

Aber endlich sitzt alles und ich kann den Rechner für den ersten Start aufbauen. Allerdings macht er keinen Mucks. Also als erstes das Kabel, welches zum Ein-/Ausschalter führt, kontrolliert, sieht aber soweit alles gut aus. Ich prüfe nochmal die ganze Verkabelung und siehe da: Das Stromkabel für das Mainboard war falsch angesteckt (fragt nicht), deshalb startete der Rechner nicht. Kabel richtig angesteckt und et voilà, es läuft alles so wie es soll.

Abwärme

Wie sieht es denn mit der Temperatur aus? Eigentlich ziemlich gut. Durch das Kühlkonzept in Kombination mit dem oben erwähnten FAN Duct, sind die Temperaturen im annehmbaren Bereich. Kritisch wird es i. d. R. nur, wenn CPU und GPU über längere Zeit auf 100% laufen, was eigentlich nie der Fall ist, außer ich lasse für beide Komponenten einen Benchmark laufen.

Unter der CPU und der Grafikkarte möchte ich bei Gelegenheit noch einen Lüfter montieren. Dieser bläst die Luft von unten nach oben hinaus und sollte dadurch auch nochmal für bessere Lüftung sorgen. Wer außerdem das letzte bisschen Performance aus dem Prozessor herausholen möchte, der kann sich auch den Alpenföhn Black Ridge(*) ansehen. Dieser wurde speziell für das DAN Case entworfen und hat einen größeren Kühlkörper als der von mir verwendete Noctua. Aber Vorsicht! Bei dem Kühler darf der RAM nur eine bestimmte Höhe haben. Je nach Lüfterdurchmesser beim Black Ridge, kann außerdem nur ein ULP RAM verwendet werden, also Arbeitsspeichermodule, die extra „klein“ gebaut sind. Diese sind allerdings schwer zu bekommen und meist auch teurer als normale RAM-Module.

Angepasste Kabel

Wie oben erwähnt, sind die beim Netzteil mitgelieferten Kabel recht lang. Was dazu führt, das in dem ohnehin schon kleinen Gehäuse noch weniger Platz ist, da diese irgendwo verstaut werden müssen. Schwarze Kabel in einem schwarzen Gehäuse sehen außerdem etwas langweilig aus. Bei meiner Recherche stolperte ich über cablemod. Dort bestellte ich dann auch. Die Farben und die Länge der Kabel können dort individuell bestimmt werden.

Meine Kabel haben einen Farbmix aus Orange, Rot und Weiß. Ganz perfekt ist die Kabelführung (wie auf den Bildern zu sehen) zwar nicht, aber für meine Verhältnisse ausreichend. Und es sieht um ein x-faches besser aus als zuvor.

Für rund 100€ sind die Kabel zwar recht teuer, für die Optik und um in dem winzigen Gehäuse etwas mehr Platz zu schaffen, war es mir die Anschaffung aber trotzdem Wert.

Fazit

Das DAN Case ist ein kleines, gut verarbeitetes und durchdachtes Gehäuse, das auch mal schnell eingepackt und zu Freunden mitgenommen werden kann. Dank der guten Belüftung können trotz des kleinen Baumaßes leistungsstarke Komponenten verbaut werden. Mit einem Preis von gut 200€ ist es allerdings nicht ganz billig. Für diejenigen unter euch, die sich einen kleinen Spielerechner, der ab und an zu Freunden geschleppt wird, bauen wollen, ist das DAN Case aber meiner Meinung nach genau das richtige.

Habt ihr noch Fragen? Oder selber Erfahrungen mit SSF-PCs? Gerne in die Kommentare damit!

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