Mittlerweile betreibe ich zwei Mini-PCs auf denen Proxmox läuft um darauf den ein oder anderen Dienst zu Hosten, die ich Privat nutzen möchte. Heute soll es dabei um einen eigenen Musikserver gehen.
TL;DR
Nach ein bisschen umsehen habe ich mich für Navidrome entschieden. Es folgte ein wenig Arbeit zum Taggen der Musik und alles so zu konfigurieren wie ich es mir vorstelle, aber ich bin mit dem Ergebnis echt zufrieden. Jeden, der technisch etwas versiert ist und etwas in der Art umsetzen möchte kann ich dieses Projekt nur ans Herz legen.
Warum?
Ich bin schon lange Spotify-Nutzer. Ich höre viel Musik und das ist eine der einfachsten und umfangreichsten Möglichkeiten. Zwischenzeitlich habe ich auch immer wieder Apple Music getestet, aber damit komme ich einfach so gar nicht klar. Nach langer Nutzung habe ich aber immer das Phänomen: So richtig viel neue Musik kommt eigentlich nicht dazu und ich höre überwiegend das gleiche.
Aber da befindet sich ja auch noch meine alte Musiksammlung irgendwo auf dem NAS oder? Die umfasst „magere“ 169 CDs, aber die habe ich früher echt gern gehört – kann das nicht irgendwie ins digitale Zeitalter gebracht werden ohne die Musik richtige auf dem Gerät zu speichern?
Möglichkeiten?
Ich habe mich ein wenig umgesehen und die zwei Möglichkeiten die für mich infrage kommen waren Plex und Navidrome. Also habe ich beide getestet.
Plex. Ist nicht nur ein Musikserver, sondern ein „ausgewachsener“ Medienserver. Dort kann die eigene Musik abgelegt werden und eigene Filme/Serien. Außerdem gibt es eine Suche in der geprüft werden kann, welche Serien/Filme wo laufen. Mit einem Zusatzkauf/-abo übernimmt Plex auch die ganze Arbeit, dass die Medien von unterwegs aus gestreamed werden können.
Für das Smartphone gibt es die PlexAmp-App mit der die eigene Musik gestreamed werden kann. Funktioniert alles gut. Persönlich ist mir der Server etwas zu überladen (da es mir ja nur um Musik geht). Und ich möchte eigentlich keine zusätzliche Ausgaben in Form eines Abos haben.
Navidrome. Navidrome ist ein OpenSource-Projekt, das im Gegensatz zu Plex nur für Musik entwickelt wurde. Die Oberfläche sieht imo nicht ganz so Modern aber dafür aufgeräumt aus. Die Bedienung ist einfacher, da es wesentlich weniger Optionen gibt.
Bei den Clients hat man die Qual der Wahl. Jeder Subsonic/Opensubsonic fähige Client kann mit dem Server verbunden werden. Die Weboberfläche ist außerdem als PWA implementiert und kann in manchen Fällen eine eigene App ersetzen.
Navidrome
Nach ein wenig durchprobieren habe ich mich für Navidrome entschieden. Für meinen Anwendungsfall sieht es nach der besseren Entscheidung aus und ich bin bisher auch sehr zufrieden.
Fleißarbeit. Die gab es auch. Scheinbar war meine Musik z. T. nicht richtig getaggt. Was dazu führte, dass meine Future Trance CDs für jeden einzelnen Track einen Eintrag im Navidrome-Server erzeugten. Nach etwas Suche bin ich über MusicBrainz Picard gestolpert. Nach etwas Einarbeitung, wie das ganze funktioniert habe ich die entsprechenden CDs neu getaggt und jetzt habe ich eine aufgeräumte Bibliothek.
Unterwegs Streamen? Hier gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten. Die zwei einfachsten: Die Dateien in der benutzten App vorab Offline speichern oder eine VPN-Verbindung. Ich für meinen Teil verwende letzteres und das funktioniert ohne Probleme. Da eine VPN-Verbindung mit einer FritzBox mittlerweile sehr einfach eingerichtet ist, sollte das auch kein Problem mehr darstellen.
Wieder Musik kaufen? Davon ausgehend, dass man auf Spotify eh immer die gleiche Musik hört, bietet es sich an, einfach öfter wiedermal ein Album zu kaufen um die eigene Bibliothek aufzustocken. Ich werde Spotify zwar vorerst weiterverwenden, kann es mir aber durchaus vorstellen in nicht all zu ferner Zukunft nur noch meine eigene Musiksammlung zu verwenden.
Und hier würde mich interessieren: Wo kauft ihr eure Musik? Direkt bei den Bands? Amazon? Bandcamp und Qobuz sind auch anlaufstellen, allerdings haben die nicht immer die Musik die ich gerne kaufen möchte. Oder habt ihr andere Tipps?
Statistiken!
Ich bin ja Fan von Statistiken. Plex liefert z. B. einen entsprechende Menüpunkt, dafür wird aber wieder das Abo (oder ein Lifetime-Kauf) benötigt. Navidrome hat in dem Sinne keine Statistiken. Allerdings werden seit der Version 0.59.0 die „Scrobbles“ weggeschrieben – also wann wer welche Musik gehört hat.
Das ist leider in der Oberfläche noch nicht abrufbar. Das ganze wird aber in einer sqlite-Datenbank gespeichert und ist somit relativ einfach abrufbar. Evtl. baue ich mir da mal eine kleine Webanwendung oder integriere es in Home Assistant. Allerdings stehen die Chancen auch hoch, dass bis ich das umgesetzt habe auch in der WebUI von Navidrome Statistiken integriert werden. Das wird sich dann rausstellen.
Super spanennder Beitrag und ich habe auch einen der Art angefangen. Ich habe mir ja auch ein NAS geholt, obwohl ich bereits gewusst habe, dass ich die die NAS Funktionen eher weniger nutzen werden. Schnell stößt man für seine digitalisierte Filmesammlung dann auf Plex. Das man damit auch seine Musik verwalten kann, war natürlich nice. ABER: Einige meiner CDs wurden in der Sammlung ausgefiltert. Manche falsch zusammengefasst, …. und das obwohl die Tags korrekt sind. Die PlexMusic App habe ich dann auch mal ausprobiert. Am Ende habe ich erst mal alles wieder verworfen, da ich unterwegs nicht streame, viel im Auto höre und da habe ich USB Sticks oder das was ich mir auf’s Handy kopiert habe oder das ganze eh am PC höre, wo ich ja meinen CD-Manager & Winamp habe und die Statistik auch in meinem Blog integriert ist 🙂
Aber das Navidrome werde ich mir mal angucken.
Das mit dem Falsch aufgeteilt/zusammengefasst hatte ich auch. Da habe ich mit Picard korrigiert, allerdings braucht man eine Weile bis man mit der Bedienung klar kommt (finde ich…).
Zur Film/Serienverwaltung gibt es auch noch Jellyfin (ich glaube das kann auch mit Musik umgehen). Das habe ich bisher allerdings noch nicht ausprobiert, da ich kaum Filme/Serien habe. Deshalb hat für meine Musik dann auch Navidrome den „Zuschlag“ bekommen.
Ja, ich hatte überlegt ob ich Plex nicht durch Jellyfin ersetze. Doch da habe ich mich auch zu wenig damit beschäftigt. Wenn ich so ein Projekt wirklich angehe, würdest du sicherlich davon erfahren 🙂
Davon gehe ich aus 😀
Ich bin mittlerweile bei dem ganzen Self-Hosting-Zeug auch wieder in so nem kleinen Rabbithole gelandet…